Der Xenomorph begleitet meine Filmleidenschaft seit Jahrzehnten. Dennoch muss ich eingestehen, dass das Franchise nach Alien³ spürbar an Biss verloren hat. Umso gespannter war ich auf die erste Staffel von Alien Earth, die das ikonische Wesen erstmals konsequent auf die Erde bringt – ein Ansatz, der grundsätzlich viel Potenzial bietet.
Allerdings erweist sich die Umsetzung als zwiespältig. Besonders der starke Fokus auf technologische Themen wie Cybernetics und futuristische Gesellschaftsentwürfe drängt den eigentlichen Horror-Aspekt häufig in den Hintergrund. Über weite Strecken erinnert die Serie tonal eher an Ghost in the Shell als an das klaustrophobische Grauen, das man mit Alien verbindet. Die vergleichsweise wenigen Xenomorph-Sequenzen reichen nicht aus, um durchgehend Spannung zu erzeugen, wodurch einzelne Episoden unnötig zäh und dramaturgisch unausgewogen wirken.
Positiv hervorzuheben ist hingegen die Inszenierung des Aliens selbst: In voller Körperlichkeit und Detailtreue entfaltet die Kreatur eine beeindruckende Präsenz. Noah Hawley, bekannt durch Fargo, beweist hier ein gutes Gespür für visuelle Wirkung und Atmosphäre.
Während die ersten fünf Episoden erzählerisch nur schleppend vorankommen, gewinnen die abschließenden drei Folgen deutlich an Dynamik und liefern die stärksten Momente der Staffel.
Insgesamt bleibt ein ambivalenter Eindruck: eine interessante thematische Erweiterung des Universums, die jedoch den Kern des Franchise – den kompromisslosen Horror – zu oft aus den Augen verliert.
Bewertung: 7/10
Sammlung: Mauvais Genres 1

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